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Berufliche Kompetenzen messen – Modellversuchsprojekt KOMET (Metall)

 Das Vorgänger-Projekt startete vor drei Jahren mit der engen Zusammenarbeit der Forschungsgruppe Berufbildungsforschung (i:BB), UNI Bremen, und ausgewählten Schulen des Landes Hessen des Berufsfeldes Elektrotechnik-Informationstechnik. Es entwickelte sich in der Folge über die verschiedenen Berufsgruppen auch international mit großem Erfolg. Eines der Folgeprojekte findet derzeit in den Berufen Industriemechaniker/in und KFZ-Mechatroniker/in statt.

KOMET schließt die Lücke der Messbarkeit von Unterrichtserfolg bezogen auf Kompetenzentwicklung im Lernfeldkonzept. Das Besondere hierbei ist, dass die Messung vergleichbar im zweiten und dritten Lehrjahr durchgeführt und im Folgejahr wiederholt wird. Dadurch realisieren sich eine Quer- und eine Längsschnittmessung.

Wie verläuft das KOMET – Projekt?

 

Welche Ergebnisse erwarten die beteiligten Kolleginnen und Kollegen vom KOMET – Projekt?

Die Ergebnisse des Projektes ermöglichen

  • das Erkennen des Entwicklungsniveaus der Auszubildenden bzw. Schülerinnen und Schüler bezogen auf vollständige Problemlösungen und bezogen auf die acht Kompetenzbereiche im Längsschnitt und Querschnitt
  • das Erkennen der Wirksamkeit von Unterricht
  • die Vergleichbarkeit aller Teilnehmer auch berufsübergreifend
  • das Finden von Ursachen für die Ergebnisse (Beispiel Berufsidentifikation)

Welche Ziele verfolgen die beteiligten Kolleginnen und Kollegen mit dem KOMET – Projekt?

  • Entwicklung beruflicher Kompetenzen
  • Erzeugen von Gestaltungsfähigkeit
  • Messen der Kompetenz an Hand der Indikatoren
      1. Anschaulichkeit / Präsentation
      2. Funktionalität
      3. Gebrauchswert
      4. Wirtschaftlichkeit
      5. Arbeits- und Geschäftsprozess
      6. Sozialverträglichkeit
      7. Umweltverträglichkeit
      8. Kreativität
  • Entwicklung von offenem die Gestaltung fördernden Unterricht
  • Entwicklung von Aufgaben gesteuertem Lernen
  • Entwicklung des Lernfeldkonzeptes

Wie entstehen KOMET – Aufgaben?

Im Rahmen des Projektes setzen sich Lehrer von Schülern einer Berufsgruppe verschiedener Schulen zusammen und entwerfen etwa zehn Test – Aufgaben bzw. Problemstellungen, die den ausgebildeten Facharbeitern in ihrem Berufsleben begegnen könnten. Es wird sich am Berufsbild orientiert. Der Anspruch der Test – Aufgaben liegt also auf dem Niveau des Facharbeiters. Diese Aufgaben werden offen gestaltet, so dass grundsätzlich mehrere Lösungen richtig sind. Das Lehrerteam, welches die Aufgaben entwirft, betrachtet in mehreren Diskursen die Aufgabenstellung. Es beschreibt in der Aufgabe eine Situation, die einen Gesamtzusammenhang, ein komplexes Bild der konkreten Situation, darstellt. In Rücksprache mit dem Team um Prof. Rauner, Universität Bremen, welches das KOMET – Projekt wissenschaftlich begleitet und wenn möglich mit einem externen erfahrenen Lektor wird die Aufgabenstellung verfeinert. Am Ende des Entwicklungsprozesses ist jedes Teammitglied in der Lage auch allein ähnliche Aufgaben zu erstellen. Häufiger Fehler der Aufgaben – Erstellenden ist anfangs der Weg der Aufgabenfindung selbst. Gern wird ein Technologieschema, eine technische Zeichnung also eine Idee genommen und eine Situation oder ein Problem um diese Idee herum erfunden, ohne auf den Anspruch zu achten, die acht Indikatoren einer vollständigen Lösung nach KOMET zu bedienen. Außerdem wird sich gern auf die Lernfelder an sich bezogen und nicht auf die Beschreibung der Lernbereiche gemäß dem jeweiligen Berufsbildungsplan. Sinnvoller ist es, eine konkrete berufliche Handlung zu nehmen und daraus eine Aufgabensituation zu beschreiben. Im Ergebnis entsteht eine Test – Aufgabe. Natürlich sollen auch die KOMET – Lernaufgaben diesen Normen entsprechen, da diese aber im Unterricht didaktisch differenziert zum Einsatz kommen, lässt sich hier viel im Nachhinein regulieren. Unterscheiden lassen sich diese Lernaufgaben nach deren Zweck. Sollen die Lernaufgaben auf die vollständige Lösung in einem KOMET – Test vorbereiten, müssen sie zwangsläufig ebenso normgerecht sein, wie eine Testaufgabe selbst. Dienen die Lernaufgaben der Erschließung beruflicher Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten wird mitunter eine didaktische Reduzierbarkeit notwendig. Für letztere erleichtert sich die Aufgabenfindung erheblich.

 

Welche Aufgaben haben Schüler und Lehrer beim Arbeiten mit KOMET – Aufgaben?

Aufgabe des Lehrers ist es, den Schülerinnen und Schülern klar zu machen,

  • was unter einer vollständigen Lösung verstanden wird,
  • wie sich ganzheitliche Lösungen abgrenzen,
  • warum die vollständige Handlung gemäß Lernfeldtheorie umgesetzt wird,
  • warum und wie systematisches Vorgehen bei der Lösungsfindung realisiert wird.

 

Aufgabe des Schülers ist es, dem Kunden eine optimale ganzheitliche Lösungsmöglichkeit aufzuzeigen. Es ist anhand praxisbezogener Unterlagen ein Entwurf einer Lösungsvariante darzustellen. Falls noch zusätzliche Fragen z. B. an den Auftraggeber, die Nutzer oder Fachkräfte anderer Gewerke auftreten, sind diese zur Vorbereitung von möglichen Abstimmungsgesprächen aufzuschreiben. Der Lösungsvorschlag ist umfassend und detailliert zu begründen. Es gibt mehrere richtige Lösungen. Mit zunehmender Kompetenz werden die Lösungen komplexer und fachlich tiefer. Theoretisch kann ein Schüler auch intuitiv eine richtige Lösung finden, die zufällig richtig ist.

Wie könnte der Lehrer didaktisch vorgehen?

Problemlösung als Unterrichtskonzept

Das Lernen durch Problemlösen stellt einen hohen Anspruch sowohl an den Lernenden als auch an den Lehrenden. Was ein Problem ist, hängt unter anderem vom Entwicklungsstand des Lernenden ab. Nicht jede Aufgabe ist auch ein Problem. In jedem Fall ist für den Anfänger des Problemlösens das Problemlösen ein Problem. Wie geht man Problemlösungen an? Das Lernfeldkonzept mit der Theorie der vollständigen Handlung verlangt komplexe Aufgabenstellungen mit Problemcharakter. Weit verbreitet sind die mangelhafte Durchführung der Auftragsanalyse, die beinahe nicht stattfindende Planungstätigkeit und die daraus resultierende planlose Informationsbeschaffung nach dem Prinzip des Reparaturdienstverhaltens. Trotzdem werden Arbeitsaufträge erfolgreich durchgeführt und deren Ergebnisse recht ordentlich kontrolliert und bewertet. Vergessen wird dabei häufig die Reflexion, ob denn die Realisierung des Auftrags mit der voraus gedachten Lösung deckungsgleich ist. Man darf sich fragen, ob die Analyse, die Planung und die Informationsbeschaffung vollständig waren. Eine abschließende Betrachtung der die Arbeit vorbereitenden Tätigkeiten bringt erst Erfahrungen im Bereich der Planungstätigkeit.

Häufig genutzte didaktische Werkzeuge

Nicht vergessen! Hier geht es um die Methodik des Erzeugens komplexer Lösungen. Da häufig ein wesentlicher  Mangel bei der Umsetzung des Lernfeldkonzeptes die Auftragsanalyse ist, besitzt das Konzept des KOMET – Projektes auch hier Hilfepotenzial. Es muss die Komplexität der Aufgabenstellung verdeutlicht werden. Neben vielen anderen didaktischen Werkzeugen eignen sich dazu besonders

  • das Brainstorming und
  • das Mindmapping.

Die so gefundene Komplexität kann in einem Mind Map dargestellt werden. Eine einfachere Vorgehensweise ist das Erstellen einer zunächst losen Sammlung von Fragen.

 

Ein möglicher Fragenkatalog zur Auftragsanalyse

Es ist nur eine Auswahl, die von den Schülern über Brainstorming und Mindmapping gefunden werden muss. Alternativ können Schlagwort bzw. Stichpunkte die Ideen der Schüler zum Ausdruck bringen.

  • Was soll als Ergebnis entstehen?
  • Welche Bedingungen sind vorgegeben?
  • Müssen besondere Standards, Verordnungen und Vorschriften eingehalten werden? Welche?
  • Welche Bedingungen ergeben sich z. B. durch Sachzwänge?
  • Welche Grenzen hat die Auftragskomplexität?
  • Was bedeuten die Angaben in der Auftragsbeschreibung?
  • Welche Informationen müssen beschafft werden?
  • Welche Quellen der Informationsbeschaffung stehen zur Verfügung?
  • Wo wird die Auftragsdurchführung stattfinden?
  • Welche Werkzeuge, Verfahren, Maschinen sowie Betriebs- und Hilfsmittel werden benötigt?
  • Wer ist am Auftrag beteiligt?
  • Wer / Was wird durch den Auftrag tangiert?
  • Wer ist Kunde?
  • Wann ist die Übergabe an den Kunden?
  • Welche Übergabebedingungen müssen eingehalten werden?
  • Gibt es Muss- und Wunschkriterien seitens des Kunden?

 

Für die Planungstätigkeit ist es wichtig, dass die Schüler die Fragen finden. Sie erzeugen sich eine Art Leittext, den sie begründend abarbeiten und im Nachgang kritisch betrachten, um für ihr Vorgehen Alternativen zu finden und ihre Lösung zu bewerten.